Deutsche Schule Barcelona > Umgang mit Beschwerden

Konstruktiver Umgang mit Beschwerden Eltern <> Lehrkräfte

Dieser Vorschlag wurde 2011 vom Elternbeirat erarbeitet und wir empfehlen im Sinne der konstruktiven Lösung von Konflikten, diesem Leitfaden zu folgen.

VORWORT

Wo Hunderte Menschen abgesehen von den Ferien und Feiertagen über mehrere Jahre tagtäglich miteinander umgehen kann es nicht immer konfliktfrei zugehen !

Wünschenswert ist eine konstruktive Konfliktbewältigung, mit dessen Ende beide Seiten konform gehen können. Das steigert die Zufriedenheit aller, trägt zum positiven Schulklima bei und steigert damit die Qualität der Schule.        

Da Konflikte für alle davon Betroffenen emotional belastend sind, unter Umständen viel persönliche Energie und Motivation kosten und damit den angestrebten pädagogischen Leitzielen abträglich sind, ist es notwendig, Konflikte aktiv, konstruktiv und nachhaltig zu lösen. So unerfreulich Beschwerden auch sein mögen, so enthalten sie oft auch Ansatzpunkte für eine positive Weiterentwicklung der Schule. Entscheidend ist die Art des Umgangs mit Beschwerden. Wenn Beschwerden als eine Art „Frühwarnsystem“ gesehen werden, können etwaige Probleme frühzeitig bearbeitet und somit ein besserer Lösungsweg gesichert werden.

  • Beschwerden zeigen „Leben“ an.
  • Beschwerden sind Wegweiser für Verbesserungs-Notwendigkeiten.
  • Beschwerden sind das NAVI im System –denn sie zeigen Wege zu Veränderungen.
  • Es gibt nichts, was man nicht verbessern könnte.

Einige Vorschläge wie Konflikte Eltern-Lehrer vermieden werden könnten...

  • aktiver Austausch über positive und negative Lernentwicklung der Schüler durch regelmäßige Lehrer- / Elterngespräche (persönlich, telefonisch, per e-mail)
  • Transparenz der Lerninhalte und Lernmethoden
  • Abbau von Hemmschwellen beider Parteien, um offen aufeinander zugehen zu können

Grundsätzlich beschwert man sich zunächst dort und bei dem, mit dem man das Problem hat.

ABWICKLUNG-PROZESS:

A. Wenn ein Schüler ein Problem/Konlikt  mit einer Lehrkraft hat, dann sollte der Schüler das Gespräch mit der Lehrkraft suchen. Aussprachen zwischen „Tür und Angel“ sind nicht produktiv da meistens ein Zeitdruck besteht, demnach sollte die Lehrkraft einem Schüler immer die Möglichkeit bieten, das Problem baldmöglichst, aber in einem anderen Rahmen zu besprechen. In diesem Gespräch sollten keine gegenseitige Vorwürfe „an den Kopf geschmissen“ sondern Vereinbarungen auf beiden Seiten getroffen werden damit das Problem möglichst zügig behoben wird. Sinnvoll wäre auch eine Nachbesprechung/Nachfrage nach ca. 2-4 Wochen um zu sehen ob sich das ursprüngliche Problem gelöst hat oder weitere Vereinbarungen getroffen werden sollten.


B. Wenn einem Schüler diese Aussprache nicht geboten wird oder das Gespräch nicht zufriedenstellend ist, so kann der Schüler sich an seinen Klassensprecher und/oder an seinen Klassenlehrer wenden; gleichermaβen auch wenn der Schüler gewisse Hemmungen hat mit dem betroffenen Lehrer direkt zu sprechen. Weiterhin stehen dem Schüler auch Vertauenslehrer sowie Koordinatoren zur Verfügung.


C. Wenn der Schüler das Problem an seine Eltern weitergibt, so sollten die Eltern –gleichermaβen wie in Punkt A. angegeben – an erster Stelle das Gespräch mit der betroffenen Lehrkraft suchen. Es besteht die Möglichkeit über e-mail den Lehrer zu kontaktieren, kurz das Vorgefallene schildern und um einen Gesprächstermin bitten. Die Lehrkraft sollte möglichst bald einen Gesprächstermin anbieten damit sich unnötiger Frust oder Verzweiflung nicht anstaut und dadurch ein produktives Gespräch vorbelastet sein könnte.


D. Voraussetzungen für ein konstuktives Gespräch sind die richtigen Umgangsformen, die Befreiung von Vorurteilen und die Bereitschaft auf beiden Seiten alle notwendigen Vereinbarungen zu treffen damit das Problem/der Konflikt –im Sinne des Schülers-  behoben werden kann. Lehrkräfte sollten diesen Beschwerden mit Interesse und Verständnis begegnen. Eltern sollten „bei der Sache“ bleiben ohne persönliche Angriffe und Vorwürfe zu starten. In dem meisten Fällen beruht das Problem/der Konflikt auf einer unterschiedlichen Wahrnehmung eines Geschehens. Diese unterschiedliche Wahrnehmung ist absolut legitim und normal und bedeutet nicht, daβ nur eine Seite im Recht steht. Wir haben an unserer Schule auch sprachliche und kulturelle Hindernisse, welche die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen erheblich erhöhen können. In Fällen von Kommunikationsschwierigkeiten bedingt durch die Sprache – spanischsprechende Eltern können wenig mit einem deutschsprachigen Lehrer kommunizieren oder auch umgekehrt -, sollten von beiden Seiten Vertrauensübersetzer bei den Gesprächen hinzu gezogen werden.  Nach einer sachlichen Aussprache sollten beide Seiten ihre Bereitschaft zeigen diesen Konflikt zu bereinigen indem klare Vereinbarungen getroffen werden. Diese Vereinbarungen können ggf. vor Ort schriftlich (Anlage: Vereinbarungen) festgehalten werden und es sollte gleichzeitig ein Termin für ein weiteres Gespräch zur Evaluation der Ergebnisse nach ca. 4  Wochen festgehalten werden. Sehr empfehlenswert ist auch, daβ nach diesem ersten Treffen beide Seiten regelmäβig über e-mail oder telefonisch kommunizieren und die eingeleiteten Lösungsmaβnahmen oder Lösungsansätze einander mitteilen.


E. Wenn das Eltern-Lehrer-Gespräch nicht zufriedenstellend verläuft, können sich die Eltern an ihre Klassenelternsprecher und/oder an den Klassenlehrer wenden. Sollte der Konflikt mit dem Klassenlehrer sein, dann können sich Eltern auch an den Stufenkoordinator wenden.


F. Klassenelternsprecher sollten immer sicher stellen, daβ Eltern im Falle eines Problems mit einer Lehrkraft Punkt C. –das direkte Gespräch mit der betroffenen Lehrkraft- eingehalten haben. Wenn Klassenelternsprecher von Seiten mehrer Familien aus dem Klassenverband Beschwerde über eine Lehrkraft erhalten und Gewissheit besteht, daβ die Einzelgespräche nicht zufriedenstellend waren, können sie das Gespräch mit dem betroffenen Lehrer suchen. Schriftliche Vereinbarungen sollten von beiden Seiten (Klassenelternsprecher und Lehrkraft) signiert werden und können erst dann den anderen Eltern per e-mail zugestellt werden. Klassenelternsprecher können zu diesen Gesprächen ihre Kommissionssprecher (Mitglied vom Elternbeirat) hinzuziehen und Lehrer können um die Anwesenheit einer weiteren Fachlehrkraft oder des Stufenkoordinators bitten.

Anmerkung: Diesen Vorschlag hat die Gesamtlehrerkonferenz vom 15.Juni 2011 ohne Gegenstimmen angenommen.